Hallo meine Lieben, sicher wollt ihr wissen, wie es Jutta und mir bei der Fastenwanderung erging. Hier mein Diary:
Liebes Tagebuch,
zu den Gewaltmärschen durch das triste deutsche Mittelgebirge, gab es alles andere als lecker Essen. Am Morgen ein Glas Milch und ein trockenes Brötchen pro Person, zum Mittagessen siehe Frühstück und zum Abendbrot siehe Frühstück und Mittagessen. Kein Wunder, dass am zweiten Tag bereits die ersten Mitwanderer Hungerphantasien entwickelten. Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich schummelte. Gewandert bin ich, aber nur mit Brötchen und Milch habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Zum Glück konnte ich meine Aminosäurekapseln unauffällig im Rucksack verstauen und mich damit immer wieder versorgen. Als wir im Regen so dahintrotteten meinte Jutta zu mir:“ Sag mal Sylvi, gibt es hier Bären?“ Ich schüttelte nur den Kopf:“ Quatsch, höchstens Teddybären!“ Doch Jutta war gar nicht zum Lachen zu Mute. Sie legte den Zeigefinger an den Mund und deutete mir an, still zu sein. Da hörte ich es auch ein kurzes Brummen. Doch es kam nicht von einem Meister Petz aus dem Wald, sondern von einem unserer Mitwanderer. Zum Abendessen gab es wieder, na ratet mal schön? Richtig, ein trockenes Brötchen und das obligate Glas Milch. Ich fragte unseren Guide: „Sag mal, kann ich das trockene Brötchen auch weglassen, danach fühle ich mich immer so dick!“ leider verstand er keinen Spaß und die anderen Mitwanderer ebenfalls. Und hast Du´s nicht gesehen, entstand zwischen uns eine muntere Streitdiskussion. Ich monierte das einseitige Essensprogramm, denn nur Milch und trocken Brötchen sind alles andere als normal und auf Dauer auch ungesund. Dem Körper werden wichtige Stoffe vorenthalten, zum Beispiel Aminosäuren. Doch bei unserem Fastenwandersmann galt leider die Meinung Andersdenkender nichts. Als er argumentativ nicht mehr weiter wusste, griff er zum Totschlagargument und verwies auf irgendwelche Abnehmerfolge von Leuten, die natürlich nicht anwesend waren. Egal, ich nehme auch ohne Diät ab.







